Eine über 40 Jahre alte Idee wird Wirklichkeit. In den 70er Jahren sorgten „Figuren“ auf dem Dach des Sennestadthauses für Aufsehen. Einschließlich besorgter Anrufe bei der Polizei, …dass sich dort wer vom Dach stürzt. Schon als Jugendlicher war ich begeistert von der Einfachheit der Idee, die jedoch eine maximale Ausstrahlung und Wirkung zeigt. Ohne meinen eigenen Weg im Leben voraussehen zu können, war mein erster Gedanke: So ein Projekt will ich auch einmal machen!
Über meine Kunstserie „Stahl-Zeit“ bin ich im Laufe meines Schaffens zu meinen „Schattenwelten“ gekommen. Kürzlich erinnerte ich mich an die damaligen Ereignisse und meinem Wunsch Gleiches zu tun. Ich habe heute das Wissen und die Möglichkeiten meinen Jugendtraum umzusetzen… also begann ich nun damit…
Kleinstadtmenschen…. Nun, dass soll bedeuteten ich möchte ganz alltägliche Charaktere einer Stadt abbilden. Aber im Sinne meines künstlerischen Ausdrucks, nicht das bildliche Gesicht, statt dessen nur im Schattenschnitt. Dieser Schatten kann zum einen eine ganze Geschichte alleine erzählen, oder jedem Betrachter oder der Betrachterin seine eigene Geschichte hinein interpretieren lassen.
Mir ist es dabei wichtig, Raum für Ideen und Kreativität zu lassen. Ein Story nicht zu Ende zu erzählen. Die Interaktion mit dem Kunstwerk ist gewünscht.







Mit meinen ersten Motiven zeige ich nur Vielfalt, Möglichkeiten und Ideen auf. Zeichnen und in Stahl schneiden kann ich jeden Charakter und jede Geschichte. Das Projekt richtet sich natürlich in erster Linie an Kommunen. Aber auch an Firmen, Verbände und Privatleute. Teil jeder Arbeit ist es, die zu erzählende Geschichte und die Motive gemeinsam zu entwickeln.
Für meine Kleinstadtmenschen arbeite ich die Figuren nochmals in einer besonderen Qualität. Meine Schattenschnitte in 4 mm Stahl sind schon stabil genug um Sturm und Gewitter zu widerstehen. Jedoch für den öffentlichen Bereich werden meine Werke in 10, 15 oder sogar 20 mm Stahl gefertigt.
Das ist dann so massiv, das auch jeglichem Vandalismus die Stirn geboten wird.
Dieses ist jedoch eigentlich nur ein willkommener Nebeneffekt. Denn der eigentliche Grund ist die damit verbundene Ausstrahlung des Kunstobjektes. Die Figuren gewinnen durch die starken Stahlplatten zusätzlich nochmals an Ausstrahlung und Wirkung.
Figuren aus Stahl sollen nicht den Menschen in der Stadt ersetzen, sondern diesen zum Verweilen, Aufenthalt und zur Interaktion animieren. Nicht die Figuren beleben die Stadt, sondern die Menschen die, die Figuren besuchen, suchen, finden und sich Geschichten dazu ausdenken.
Hans Kordes

